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Tahiti – Polynesische Schönheit und französische Gelassenheit

Tahiti – Polynesische Schönheit und französische Gelassenheit

Tahiti Travelcowboy
Leise plätschert das Wasser um meine Füße an den feinsandigen Sandstrand. Die Sonne taucht den Horizont in ein tiefes orange und der Strandwächter schickt auch die letzten Auto fahrenden Ausflügler nach Hause, bevor die Tore geschlossen werden.

Es ist Sonntag, der Tag an dem ganz Tahiti in einen Tiefschlaf versetzt ist und nur die Kirche und der Strand gut besucht werden. Heute fahren keine Busse. Bis auf wenige Supermärkte sind die meisten Geschäfte geschlossen und wir genießen den Tag an einem der schönen Strände von Tahiti bei Paea. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Nachbarinsel Moorea und kann in türkisblauem Wasser der Lagune den Kindern beim spielen zuschauen. Einheimische und Touristen gesellen sich hier gerne zusammen und es herrscht ein sehr entspanntes Miteinander.

Der erste Eindruck von Tahiti ist relativ moderner Art: Einkaufszentren, moderne Straßen, schicke Häfen. Der romantische Teil der Insel ist aber auch nicht weit entfernt. Wir fahren manchmal nur eine kleine Seitenstraße hoch und erleben die wilde Schönheit der Insel. Viele kleine Orte ziehen sich entlang der Insel-Hauptstraße, oftmals gesäumt von blühenden Bäumen sowie immer wieder Obst- und Fischständen. Es herrscht ein fast dörflicher Charme in vielen Orten, ganz im Gegensatz zu Papeete, der Hauptstadt Tahitis.

Besonders in und um den berühmten Papeete Markt herum herrscht quirliges Treiben. Stände bieten französische und lokale Spezialitäten an, die man unbedingt probieren sollte. Wickeltücher mit Blumenmustern und Muschelketten locken Touristen aus aller Welt, ebenso wie die schwarzen Perlen, die in den umliegenden Geschäften gerne verkauft werden.

Szenenwechsel: Wir stehen am Straßenrand und halten den Daumen raus. Die Mietautos hier sind auf Dauer unerschwinglich und Busse fahren nur in langen Abständen. Sehr viel einfacher ist es da, per Anhalter zu fahren. Die Einheimischen sind freundlich und es dauert nicht lange, da nimmt uns eine polynesische Dame auf dem Weg zu ihrer Tochter mit. Auf diese Art besuchen wir einige Highlights der Insel.

Das Marae Arahurahu liegt nur wenige Meter von der Hauptstraße entfernt und bietet dem Besucher einen der schönsten Marae Polynesiens. Als Marae bezeichnet man die früher zu zeremoniellen Zwecken genutzten abgegrenzten Plätze in denen Versammlungen oder religiöse Treffen stattfanden. Unser nächstes Ziel ist das Gaugin Museum. Wunderschön direkt am Meer gelegen beherbergt es viele interessante Informationen zum Leben Gaugins. Nach all dem geistigen Input genießen wir ein kühles Getränk direkt am Meer im Restaurant nebenan.

Nicht weit entfernt liegt der Botanische Garten Tahitis. In einer wunderschönen Anlage lernen wir wissenswertes über einheimische Pflanzen und bewundern die Gemächlichkeit der Riesen-Schildkröten.

Wen es nach diesem Besuch nach einem Bad verlangt, der kann wie die einheimischen Kinder es tun, gegenüber in einem kleinen Park ins kühle Nass springen oder es sich bei einem Picknick gemütlich machen.

Endlich besuchen wir heute auch einmal eine polynesische Tanzshow. Eine befreundete Japanerin hat uns eingeladen und uns als Transportmittel (Abends fahren keine Busse mehr) ihre Fahrräder geliehen. Zu Trommelwirbeln schwingen die Frauen ihr Hüften während die Männer Knie schlackernd mit brennenden Fackeln über die Bühne sausen. Ein einmaliges Spektakel! Für die Einheimischen wohl ebenso unterhaltsam war unsere Radtour zurück in die Pension. Klapprige uralte Räder, eine Taschenlampe vorne und hinten angebracht, die Haare vom Wind nach hinten geweht, sausten wir so schnell es ging an den bellenden Wachhunden der Hausbesitzer vorbei. Die lokale Jugend traf sich derweil mit flotten Autos am Park und lachte schallend, als sie uns sahen.

Mit einem Tagesauto erkunden wir am nächsten Tag die ganze Schönheit der Insel. Tahiti ist aufgeteilt in Tahiti Nui – den größeren Teil der Insel – und Tahiti Iti – den kleineren Teil der Insel. Hinter Papeete entlang der Nordostküste ändert sich die Landschaft langsam. Es wird wilder, die Strände sind dunkel vom Vulkangestein und Surfer warten auf die perfekte Welle. Vorbei an Wasserfällen und dem berühmten „Arahoho Blowhole“, einem Loch im Felsen, aus dem das Wasser mit lautem Getöse kracht, fahren wir in Richtung Tahiti Iti. Tropische Schönheit erwartet uns dort an der Nordküste. Hier gibt es kaum Tourismus und nur wenige Dörfer. Dafür eine noch fast unberührte Landschaft. Irgendwann endet die Strasse und wir fahren die gleiche Strecke wieder zurück, dieses Mal mit einem Stopp auf einem Aussichtspunkt, einige Kilometer im Inland. Wir haben einen Blick auf beide Inselteile Tahitis und die durch die Vulkane erschaffenen Formationen. Wilder tropischer Wald bedeckt die Täler, die bis an die Küste reichen. An der Südküste Tahiti-Itis fahren wir an wilden Stränden und Buchten vorbei bis die Straße hinter einem kleinen Ort plötzlich endet. Hier nehmen die Einheimischen ein Sitzbad im mündenden Fluss oder amüsieren sich in den Wellen des Meeres.

Wir lassen den Abend typisch polynesisch an einem Roulotte – einem Straßenstand in dem es leckere einheimische Köstlichkeiten zu zivilen Preisen gibt – ausklingen. Wir probieren das berühmte „Poisson Cru“, rohen Fisch in Kokosnussmilch und erfreuen uns an der leicht kitschigen Weihnachtsdekoration des Straßenstandes.

Bevor es weiter nach Moorea geht, besuchen wir noch das tropische Inland mit wunderschönen Tälern und Flüssen. Entlang einer Schotterpiste halten wir immer wieder, um einheimische Pflanzen erklärt zu bekommen, wilde Orchideen und Wasserfälle zu bewundern oder um wilde riesige Aale zu bestaunen. Verschwitzt und staubig freuen wir uns, endlich in das kühle Wasser des Flusses zu springen, um dann erfrischt weiter in das Relais de la Maroto zu fahren, das ein Restaurant auf einer Anhöhe beherbergt, von dem aus wir den Blick auf das Tal genießen.

Unser letzter Tag ist dem Strand gewidmet, von dem aus wir ein letztes Mal den Sonnenuntergang neben Moorea erleben möchten. Nur schade, denken wir erst, dass es in dieser Idylle keinen Cocktail gibt. Aber dann wäre hier wohl nicht mehr so eine Ruhe und Gelassenheit zu finden und wir freuen uns über die noch erhaltene Schönheit der Natur ohne Cocktailbars und Strandpromenade.

Dieser Reisebericht bist ein Erfahrungsbericht und beinhaltet keine möglichen Veränderungen vor Ort.