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Australien mal anders – Hochzeit Down Under

Australien mal anders: Hochzeit Down Under

Australien Coogee Beach

Es ist Anfang Dezember. Die Sonne knallt vom strahlend blauen Himmel. Wir sitzen im Café am Coogee Beach in einem Vorort von Sydney und müssen aufpassen, dass unsere blasse Winterhaut nicht unter der ungewohnt starken Sonneneinstrahlung verbrennt. Vor wenigen Stunden bin ich mit meiner Familie in Sydney gelandet, um die Hochzeit meines Bruders mit zu erleben. Noch müssen wir erst einmal die ersten Eindrücke in uns aufnehmen und uns an das Klima und die Kultur gewöhnen. Auf einer Wiese spielen Leute Cricket in weißen Anzügen, während am Strand vor uns jugendliche ihre Frisbeescheiben vor den Wellen des türkisblauen Wassers gekonnt hin und her werfen. Bewacht von Lebensrettern treffen sich hier viele Familien mit Kindern.Sydney coast Australien

Unsere ersten Tage der Akklimatisation vergehen recht entspannt. Wir spazieren an der Küste entlang, vorbei an rötlich geschliffenen Felsformationen und kleinen Buchten mit Fischerbooten. Häuser säumen den Weg am Meer und Leute sonnen sich vereinzelt auf den Felsen. Als wir am berühmten Bondi Beach ankommen, spiegelt sich bei einem überfüllten Strand und einer großen Promenade ein touristisches Flair wider.

Ich sitze auf dem Rücksitz einer Geländemaschine meines Bruders. Mit Schwung fährt er durch kurvenreiche Straßen, so dass meine Schuhe auf dem Asphalt schlittern. Als wir im Nielson Park ankommen, einem Park am Eingang zur Bucht von Sydney, wartet der Rest der Familie und Freunde schon auf uns. Auf einem Felsvorsprung finden wir ein angenehmes Plätzchen für unser allabendliches Barbecue. Bei einem kühlen Bier und saftigen Steaks beobachten wir die in die Häfen zurückkehrenden Boote. Mit der untergehenden Sonne färbt sich das Meer unter uns langsam dunkelblau und lila, während sich uns ein unvergesslicher Blick auf die Skyline von Sydney vor orange-gelbem Himmel bietet.Australien Nielson Park

Natürlich darf ein Besuch der Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten nicht fehlen. Imposant reckt sich das weltberühmte Opernhaus mit seiner ungewöhnlichen Dachkonstruktion in Richtung Wasser. Das Anfang der 70er Jahre fertig gestellte Bauwerk gilt heute neben der mächtigen Harbour Bridge als Symbol Sydneys.

Während im Botanischen Garten Hochzeitspärchen für Fotos posieren und die Einheimischen im Schatten der Bäume lesen, präsentiert sich der Darling Harbour mit seinen Hochhäusern und schönen Geschäften als modernes Geschäftszentrum.

Der historische Teil der Stadt, auch The Rocks genannt, bietet da mit seinen geschichtsträchtigen Gebäuden einen krassen Gegensatz. Hier sitzen wir bei einem saftigen Carrotcake und fetten schwarzen Brownies in einem der unzähligen Cafés und Restaurants, vor uns ein eindrucksvoller Dreimaster, und genießen den eindrucksvollen Blick auf den Hafen.

Der Hochzeitstermin rückt immer näher und so steht unsere Abfahrt in den vier Stunden nördlich von Sydney gelegenen Booti Booti National Park kurz bevor. Nach einem feuchtfröhlichen Junggesellinnenabschied mit meiner Schwägerin und ihren Freundinnen beherrscht auf einmal das Chaos unseren Alltag. Mit drei voll gepackten Autos geht es schließlich zu unserem Ziel, dem Tiona Park.

Australien Tiona beach walk
Mitten im Booti Booti National Park befindet sich der Tiona Park mit Stellplätzen für Wohnmobile und Zelte sowie einfach eingerichteten Bungalows. Eingebettet zwischen einem sieben Meilen Strand und einem türkisblauen See bietet er den idealen Ort zum Abschalten, Entspannen – und Heiraten. Der goldgelbe Sandstrand ist nur durch wenige Meter niedriges Buschwerk von unserem Bungalow entfernt und beeindruckt durch seine scheinbar unendliche Weite und Natürlichkeit. Wir sind fasziniert und verbringen den Tag mit Baden (Vorsicht vor Strömungen und Haien), Beachvolleyball spielen und Fotografieren. Im Laufe des Tages trudeln viele der insgesamt 120 Gäste ein. An einer riesigen Grillstelle trinken und essen wir abends gemeinsam und besprechen die Hochzeitsvorbereitungen.

Es ist Samstag, der große Tag der Hochzeit. Schon früh morgens beginnen wir damit die Räumlichkeiten mit Efeu und Bergen von Blumen zu schmücken. Erst spät gestern Nachmittag haben wir festgestellt, was für ein romantisches Plätzchen sich die beiden ausgesucht haben. Auf der anderen Seite unseres Bungalows befindet sich ein kleiner Wald. Parallel zum Strand liegt dort hinter dem Wald versteckt die traumhafte Seenlandschaft des Wallis Lake, einem Australien Tiona Kapelletürkisblauen von Palmen und Bäumen gesäumten See. Durch diesen Wald führt ein kurzer Weg, an dessen Ende sich uns nach wenigen Metern ein phänomenaler Blick auf die „Grüne Kathedrale“ eröffnet. Von hohen Palmen umgeben steht vor dem leuchtenden Blau des Sees ein Muschelaltar. Halbe Holzstämme dienen den Gästen als Sitzbänke. Die Palmen spenden in der Hitze Australiens einen angenehmen Schatten.

Nach vielen Fotos von Braut und Bräutigam ist es um 16 Uhr dann soweit. Alle Gäste sind in Smoking und Abendkleid gekleidet. Der Bräutigam wartet mit seinen Trauzeugen am Altar. Vier in festlich weiße Kleider und mit Kränzen geschmückten Blumenmädchen streuen Rosenblätter, gefolgt von vier Brautjungfern. Dann folgt die Braut in einem weißen langen bestickten Kleid mit Schleppe und Blumenkranz im Haar und wird von ihrem Vater zum Altar geführt. Alles ist sehr romantisch und alle sind sehr aufgeregt. Nachdem die Ringe getauscht und die Trauung vollzogen ist, singt der Bruder der Braut ein Lied und alle gratulieren. Nach einer weiteren Fotosession feiern wir alle abends in einem Haus am See, das ebenfalls zum Park gehört und in der Nähe der Bungalows liegt. Nach einem ausgezeichnetem Essen halten einige eine kurze Rede oder machen ihre Späßchen, bevor durch die Nacht getanzt und gefeiert wird.

Am nächsten Morgen ist schon zum Frühstück Grillen angesagt. In typisch australischer Manier ist der große Grill schon um 10 Uhr heiß. Es gibt Brote mit Fleisch und gebratenen Zwiebeln und Salate. Große Eidechsen gesellen sich zu uns und schauen neugierig auf unser Essen. Nach einem Tag voll Sonnenschein am Strand bringt mein Bruder abends ein wenig deutsche Kultur nach Australien. Wir haben die nötigen Utensilien für eine Feuerzangenbowle mitgebracht und so sitzen wir nun in der Hitze der Nacht und zeigen den erstaunten Australiern die deutsche „Trinkkultur“. Nach großem Zögern und klitzekleinen Probeschlücken finden dann aber doch alle Gefallen an dem süffigen Getränk und es wird erneut bis spät in die Nacht gefeiert.

Australien Dirt Road
Nach großem Abschied und einem letzten Strandgang brechen wir auf zu einem Geheimtipp meines Bruders im Norden. Wir sind mit drei Autos unterwegs, sechs Leute und sehr viel Gepäck. Nach kurzer Zeit müssen wir auf einen Sandweg abbiegen. Alle sind skeptisch, aber letztendlich fahren wir doch. Die ersten 10 Kilometer gehen gut, bis der Sand weicher und weicher wird. Dann bleiben wir das erste Mal stecken. Wieder und wieder zieht der große Pick-up meines Bruders unsere beiden kleinen Mietautos aus dem rutschigen Sand. Das Abschleppseil reißt ein ums andere Mal und weist zum Schluss etwa 6-7 Knoten auf. Wir schieben alle an, während der Pick-up von vorne zieht und nach stundenlangem Ziehen und Schieben sind wir letztendlich aus dem Gröbsten raus. Allerdings ist es nun schon dunkel und an ein weiterfahren ist nicht zu denken. Also stoppen wir beim nächsten Campingplatz und schlagen in der Dunkelheit unser Zelt auf. Mit solchen Zwischenfällen muss man in Australien manchmal rechnen…

Australien LandschaftEs geht weiter Richtung Norden, bis wir an einem schönen Fluss ankommen. An der Flussmündung baden die Einheimischen und spazieren auf den strahlend weißen Sandbänken. Wir schlagen unser Lager am Fluss ein wenig weiter im Inland an einer einsamen Stelle auf. Zu dritt versuchen wir unser Abendessen mit Angeln selbst zu fangen, natürlich vergeblich. Die Fische lachten bestimmt über uns dumme Touristen. Im Schein einiger Fackeln und eines Lagerfeuers grillen wir erneut und genießen die romantische Stimmung an diesem beschaulichen Plätzchen. Wir verzichten heute auf die Zelte und breiten eine große Plane aus, auf der wir nebeneinander schlafen. Es ist pure Aussteigerromantik, auch wenn wir uns aus Angst vor dem herumkriechenden Viehzeug nicht aus den zuwarmen Schlafsäcken trauen. Bei Sonnenaufgang lachen uns bereits die Kokaburras von den Bäumen an.

Byron Bay AustralienDie nächsten Tage verbringen wir alle ähnlich. Wir genießen die Ruhe und Abgeschiedenheit einiger Strände und schlendern durch kleine Hafenstädte. Nach einigen Tagen erreichen wir Byron Bay, eine alte Hippiestadt. Erhaben trohnt der Leuchtturm auf einem Felsen und überblickt die ganze Stadt. Ein schöner Strand zieht sich entlang der Küste und in der Stadt bieten Boutiquen und zahlreiche Restaurants und Pubs dem Besucher ein großes Spektrum an Unterhaltung.

Es ist der 23.12., einen Tag vor Weihnachten. Bei uns kommt keinerlei Weihnachtsstimmung auf. Das einzige, was an den Feiertag erinnert, sind blinkende Weihnachtsmänner als Ohrringe oder eine leuchtende Weihnachtskugel im Ausschnitt einer Kellnerin. Wir sind bei der Familie meiner Schwägerin, wo sich bereits 11 Geschwister mitsamt Familie eingefunden haben. Es sind 36 Grad und strahlender Sonnenschein. Am zwanzig Meilen Strand spielen wir Beach Volleyball. Am nächsten Morgen um 6 Uhr geht es mit einem Pick-up in die Büsche. Bewaffnet mit Hackebeil und Säge suchen wir alle nach dem besten Weihnachtsbaum. Gesucht, gefunden. Im Haus der Familie wird dieser von den Kindern geschmückt und mit allerlei buntem Schmuck behangen. Jeder legt sein Päckchen unter den Baum. Ansonsten passiert heute nicht mehr viel. Die große Bescherung findet dann am 25. morgens um 6.30 Uhr statt. Der Großvater verteilt die Geschenke und nach und nach bekommt so jeder eine Kleinigkeit. Erst danach frühstücken wir ausgiebig im englischen Stil mit Toast, Schinken, Tomaten und Gurken. Der Rest des Tages ist dem Kochen, Dekorieren und Essen gewidmet. Zwischendurch spielen wir Volleyball am Strand oder gehen baden.

Am kommenden Tag, dem zweiten Weihnachtstag, fahren wir zum Picknick zu einem Wasserfall. Auf dem Weg dorthin beginnt es zu stürmen. Am Ziel angekommen regnet es zwar Bindfäden, der Wasserfall ist jedoch komplett ausgetrocknet. Unser Essen fliegt uns weg und wir schützen uns vor dem kalten Wind mit unseren Badetüchern. Wir fahren erneut nach Byron Bay und sehen, wie ein Segelboot auf den Strand aufgelaufen ist. Meterhohe Wellen katapultierten dieses während des Sturmes an den Strand, das nun von Einheimischen wie Touristen bestaunt wird.

AustralienNach den Feiertagen kehren wir zurück nach Sydney. Ein letzter Besuch im Cafe am Coogee Beach lässt uns die vielen Ereignisse der vergangenen Tage Revue passieren. Wir haben ein anderes Australien erlebt, als wohl die meisten Besucher dieses Kontinents. Wir sind vielleicht nicht viele Kilometer gefahren, aber eigentlich muss man das auch gar nicht. Es gibt überall viele schöne Orte und Landschaften zu entdecken. Vieles hätten wir bestimmt übersehen, wenn wir nicht den Tipps meines Bruders gefolgt wären. Daher kann ich jedem Australien Besucher nur empfehlen, sich genügend Zeit für eine Reise hierher mitzunehmen. Denn das Land ist einfach riesig und voller wilder Naturschätze, die es zu entdecken gilt.

Dieses ist ein persönlicher Erfahrungebericht und beinhaltet keine Änderungen oder aktuelle Gegebenheiten vor Ort.