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Neuseelands Norden: Von Auckland über Rotorua nach Taupo

Neuseelands Norden: Von Auckland über Rotorua nach Taupo

Tongariro Alpine Crossing Neuseeland
Neuseeland, das Land faszinierender Natur und abenteuerlicher Sportarten. Das Land, in dem nicht die Städte die Hauptattraktionen sind, sondern die unterschiedlichen Facetten der Landschaft von Nord nach Süd. Selbst die Großstädte Auckland und Wellington sind von viel Grün und dem Meer umgeben, was eine recht entspannte Atmosphäre schafft. Generell sind die Neuseeländer ein sehr lockeres und geselliges Völkchen und viel in der Natur unterwegs. Überhaupt hält der neuseeländische Macho nicht viel von dicken Autos, die aufgemotzt die Straße auf und ab fahren. Hier wird mit größeren, schnelleren und längeren Wandertouren angegeben, die man gemeistert hat. Je abenteuerlicher, desto besser.

Auch die Maorikultur ist an vielen Orten sehr präsent. Auch wenn die Maoris zahlenmäßig die Minderheit bilden, so bewahren und präsentieren sie doch ihre Kultur voller Stolz und Selbstbewusstsein. Meinen ersten Eindruck erhielt ich bereits vor meinem Abflug von Tahiti nach Auckland. Wir waren gerade beim Check-in am Flughafen, als plötzlich ein lautes Geschrei die Abflughalle erfüllte. Alle hörten auf zu arbeiten und starrten auf die neuseeländische Handballmannschaft, die vor ihrem Abflug den traditionellen Kriegstanz aufführte. Nach ein paar Minuten war alles wieder vorbei, allerdings nicht ohne einen tiefen Eindruck zu hinterlassen.

Das erste, was ich in Neuseeland lerne, ist mich mit Sonnencreme einzuschmieren. Auch wenn es bewölkt ist, brennt die Sonne so stark, dass die Haut nach kurzer Zeit verbrannt ist. Die Hautkrebsrate in Neuseeland ist extrem hoch, unter anderem auch weil viele im freien arbeiten und oft vergessen oder es nicht für nötig halten sich einzucremen. Ein fataler Fehler, denn das Ozonloch ist dort sehr groß und schickt die gefährlichen Sonnenstrahlen direkt auf die Haut.

Es ist der erste Weihnachtstag und die Sonne scheint bei angenehmen 26 Grad. Wir schlendern durch den Viaduct Harbour, einen hübschen Hafen direkt in der Innenstadt Aucklands. Auf der einen Seite liegen die Rennyachten vom Americas Cup, auf denen man Touren buchen kann. Dahinter mischen sich die Ausflugsboote mit immer größeren Yachten. Am Ende des Piers kann ich die Länge der teilweise viermastigen Segelboote oder dreistöckigen Motorboote nicht mehr einschätzen. So wie sich in St. Tropez jeder mit seinem Boot präsentiert, so lebt man hier ohne große Show und mit einem gewissen „Understatement“.

Die Fischkutter auf der anderen Seite des Hafens bieten einen krassen Gegensatz zu den Luxusyachten und scheinen eher das Gefühl von Dorfidylle vermitteln zu wollen, wären sie nicht mitten in der Großstadt.

Ein idealer Ort, um in einem der vielzähligen Restaurants an der Hafenpromenade zu essen. Die Sonne geht langsam unter und taucht die Boote in orangefarbenes Licht. Bei einem Glas vorzüglichem neuseeländischem Wein und den berühmten „Green Lipped Mussels“ lassen wir unseren ersten Tag in Neuseeland ausklingen.

Am nächsten Tag besuchen wir Devonport, einen Stadtteil Aucklands auf der anderen Hafenseite. Die Fähren bieten mit ihren vielen Fahrten zu den Vororten und umliegenden Inseln Aucklands einen ausgezeichneten Service. Devonport präsentiert sich als ein hübscher kleiner Ort mit viktorianischen Häuschen und netten Cafés. Hier herrscht kein Großstadtfeeling, eher eine Art Kleinstadtromantik. Gesäumt von Stränden und mit Blick auf die Skyline der Innenstadt lohnt sich ein Ausflug hierhin allemal.

Den Abend verbringen wir in Mission Bay, einem weiteren Vorort von Auckland. Hier zieht sich die Promenade Kilometerlang am Meer entlang. Jogger, Radfahrer und Ausflügler treffen sich hier gleichermaßen. Mission Bay selbst ist eine kleine Bucht mit Sandstrand, Promenade, großer Wiese und netten Cafés und Restaurants. Hier treffen sich die Einheimischen zum Baden, Picknicken und Essen gehen. Wir genießen zartes neuseeländisches Lammfleisch und suchen anschließend noch eine belgische Bierbrauerei auf, in der wir uns durch eine Vielzahl an Biersorten „durchkämpfen“ müssen, bevor es zurück in unsere Unterkunft geht.

Wir sind auf einem Tagesausflug nach Manukau und in die Waitakere Ranges, einem Gebiet westlich von Auckland. Dichter Wald, durchzogen von metergroßen Farnen und uralten Kauribäumen grenzt an das Meer, das hier wild und manchmal unberechenbar an der Küste tost. Am Karekare Strand herrscht an diesem Tag jedoch ruhige Stille. Fast ist mir, als würde Holly Hunter hier an ihrem Klavier sitzen und spielen, wurde doch ein Teil des berühmten Films „Das Piano“ hier gedreht. Künstler und Aussteiger haben gleichermaßen die Gegend für sich entdeckt, die aber hoffentlich noch lange ihre wilde und einsame Schönheit behalten wird.

Karekare Strand Waitakere Ranges Neuseeland
Wieder zurück in Auckland besuchen wir das Auckland Museum, in dem sehenswerte Artefakte der Maori und Pazifischer Inselbewohner zu sehen sind. Wir kommen pünktlich zur Tanzshow, die man nicht verpassen sollte und einen ersten Einblick in die Kultur der Maori gibt. Weiter geht es auf den Mount Eden, einem erloschenen Vulkan mitten in der Stadt. Uns bietet sich ein wunderschöner Rundblick über Auckland und hier wird mir erst bewusst, wie weitläufig die Stadt erbaut ist.

Am nächsten Morgen heißt es auf nach Rotorua, die Stadt mit dem brodelnden Untergrund und den wilden Geysiren. Ein paar Stunden südlich von Auckland wurde uns immer gesagt, in Rotorua, da stinkts. Aber während unseres Aufenthaltes stinkt nichts. Im Gegenteil, hier in dem kleinen Ort am See, herrscht ein angenehmes Klima. Hier gibt es eine beeindruckende Natur und Kultur zu entdecken.

Los geht es morgens um 9.30 Uhr zum Wai-o-Tapu Thermal Wonderland. Extra für Touristen wird hier der Natur etwas nachgeholfen und der Lady Knox Geysir künstlich zum Ausbruch gebracht. Bis zu 20 Meter schießt das Wasser in die Höhe. Im gleichen Park geht es entlang brodelnder Schlammlöcher und Mineralsteinterrassen zum blubbernden und dampfenden „Champagne Pool“. Mineralien geben dem Pool eine leuchtend orange Farbe, die sich vorwiegend am Rand des sonst auch beige-gelb und türkisblauen Pools absetzt. Stetig aufsteigende Gasblasen gaben dem Pool den Namen.

Der Nachmittag ist dem nächsten Thermalpark gewidmet, dem Te Puia. Hier spritzen die Geysire auf natürliche und äußerst beeindruckende Art und Weise in die Höhe. Schon von weitem sieht man die Fontäne mit dem umgebenden Dampf hinter den hohen Bäumen. Brodelnde heiße Quellen säumen den Weg zu den Geysiren, die gar nicht aufhören wollen zu sprudeln und spritzen. Neongrüne kleine Seen vermitteln den Eindruck, als wäre jemandem eine große Packung Farbstoff aus der Hand gefallen.

Eine Attraktion ganz anderer Art bietet das kleine Maoridorf in dem Park. Es gibt Tanzaufführungen und traditionelles Kunsthandwerk wie zum Beispiel Holzschnitzereien zu bestaunen.

Eine weitere Möglichkeit, die Maorikultur kennen zu lernen, bietet eines der Maoridörfer mit traditionellem „Hangi“, einem im Erdofen gegartem Essen. Im Tamaki-Dorf werden wir mit einem traditionellen Kriegstanz begrüßt, bevor es in das eigentliche Dorf geht. Verschieden errichtete Holzhütten symbolisieren den jeweiligen Nutzen des Baus und geben dem Dorf seinen ursprünglichen Charakter. Das Essen wird von Tanz und Gesang begleitet und zum Abschied halten alle Maoris noch mal ein Ständchen.

Von so viel Natur und Kultur beeindruckt, begeben wir uns am nächsten Vormittag in das Hell’s Gate. Neben einem weiteren Naturpark gibt es hier Massagen und Schlammbäder, einen Genuss, den ich mir nicht entgehen lassen will. Nach einem warmen Mineralbad schlafe ich bei der Massage fast ein. Das anschließende Bad im Schlamm ist angenehm warm und wunderschön unter strahlend blauem Himmel. Nur leider habe ich die Sonnencreme vergessen – die benutzt man ja auch nicht im Schlammbad – und ich habe mir meinen ersten Sonnenbrand geholt.

Etwa eine Autostunde weiter südlich befindet sich Taupo, ein kleiner Ort am gleichnamigen See, der unzählige Aktivitäten zu bieten hat und bei Adrenalinjunkies derzeit immer beliebter wird. Die quadratisch angeordneten Straßen erinnern ein wenig an Amerika, helfen aber bei der Orientierung. Ein schöner Weg führt entlang des Sees und unzählige Geschäfte locken Touristen in die Innenstadt. Wir nutzen Taupo als Ausgangspunkt zum Tongariro Alpine Crossing. Dieses wird immer wieder als eine der schönsten Tageswanderungen Neuseelands beschrieben und reizt mich besonders – über Vulkane vorbei an schimmernden Kraterseen. Wir wagen die Tour gleich am ersten Januar und haben Glück mit dem Wetter: Strahlender Sonnenschein und klare Sicht den ganzen Tag. Um 5.50 Uhr werden wir abgeholt. Um 7.30 Uhr sind wir endlich am Ausgangspunkt der Wanderung. Zuerst geht es angenehm flach voran durch eine raue Geröll- und Graslandschaft. Dann beginnt der Aufstieg. Die Pflanzen weichen dem Gestein. Immer weiter geht es über Stock und Stein. Ich beginne zu hecheln und muss immer wieder trinken und nach Luft ringen. In der Zwischenzeit werden wir von unzähligen Leuten überholt, die eine mir unerklärlich gute Kondition zu haben scheinen. Sind das alles neuseeländische Machos?

Aber irgendwann kommen auch wir oben an und werden mit einem wunderschönen Ausblick über die kargen Vulkane und die dahinter erscheinende leuchtendgrüne Landschaft belohnt. Nicht weit entfernt bietet sich uns ein noch spektakulärerer Anblick: Die türkisblau schimmernden Kraterseen. Sie sehen aus wie gemalt inmitten des gelb-rot-braunen Gesteins, das die Seen umgibt. Ruhig und majestätisch liegen sie da.

Langsam geht es wieder bergab, die Füße beginnen Blasen zu bilden und ich sehne die Hütte herbei, die uns zur Pause „zwingt“. Fast unten angekommen kreuzt ein kalter Gebirgsbach den Weg. Welch ein Genuss für die kochenden Füße! Welch ein wunderschöner Tag!

Zurück in Auckland: Unser letzter Tag ist dem Shopping gewidmet, einer Passion, der sich wohl 99 % der Frauen anschließen. Wir haben von einem Outletcenter gehört und lassen uns vom Shuttle abholen. Die Mode dort entspricht zwar nicht unbedingt dem europäischen Geschmack, aber ein paar flotte Hosen und Hemden finde ich allemal. Zurück in der Stadt suchen wir die Queens Street, die Haupteinkaufsstraße Aucklands, nach Lamm – und Possumfell-Produkten ab und werden auch schnell fündig. Hier reihen sich die Touristenläden aneinender und fast überall findet man Lammfellschuhe und Possumsocken.

Possums sind kleine Beuteltiere, die vor langer Zeit aus Australien eingeführt wurden. Anders als in Australien breiteten sich die Tiere hier rasant aus und zerstörten die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Flugunfähige Vögel wie der Kiwi hatten keine Chance zu entkommen. Heutzutage sind ganze Wälder von den Possums bedroht, da diese die Blätter, insbesondere frische Triebe, verspeisen, und somit den Bäumen keine Möglichkeit zum Überleben lassen. Die Neuseeländer versuchen die Plage so gut es geht zu bekämpfen, und bieten unter Anderem Kleidung, die aus Possumfell hergestellt wird, an. Ich habe mir Socken gekauft und kann sie jedem, der in unseren Breitengraden lebt, nur empfehlen. Endlich mal warme Füße und das noch zum Schutze der Natur!

Ein letzter Abend am Hafen mit einem leckeren Sauvignon Blanc und Muscheln in Kokosmilch darf natürlich nicht fehlen. Und auf dem Rückweg offeriert sich uns dann eine willkommene Abwechslung in einem Pub mit Livemusik. Alles singt und tanzt zu neuseeländischem und internationalem Rock. Neuseeland versteht es wahrlich zu Leben und zu Feiern!

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